Unzulässige Werbung des Rechtsanwalts

Unzulässige Werbung des Rechtsanwalt mit theoretischer Prüfungsteil zur Verleihung des Titels einer Fachanwaltschaft
Einem Rechtsanwalt ist es verwehrt, auf den erfolgreichen Abschluss des theoretischen Prüfungsteils zur Verleihung des Titels einer Fachanwaltschaft hinzuweisen. Nach einer Entscheidung des Anwaltsgerichts Köln vom 20. Januar 2016 unter dem Aktenzeichen 3 ANWG 14-15 R wurde entschieden, dass die Teilnahme an dem auf den Fachanwaltstitel vorbereitenden Lehrgang und die Absolvierung der Leistungskontrollen kein theoretischer Prüfungsteil eines Verfahrens auf Verleihung einer Fachanwaltsbezeichnung ist sondern lediglich eine Möglichkeit, um die Voraussetzungen der Einleitung eines solchen Verfahrens zu schaffen.
Dem Rechtsanwalt, der auf der Homepage seiner Kanzlei unter seinem Foto seinen Namen, seine Berufsbezeichnung sowie Fachanwaltstitel aufführt, ist es verwehrt, im Text aufzuführen: „erfolgreicher Abschluss des theoretischen Prüfungsteils zur Verleihung des Titels zum Fachanwalt“. Selbst wenn der Rechtsanwalt einen Kurs zur Erlangung der theoretischen Kenntnisse zur Erlangung des Fachanwaltstitels besucht hat, er im Rahmen dieses Lehrgangs Aufsichtsarbeiten gefertigt hat, ist diese Werbung eine unsachliche Werbung und führt zu einem Verstoß gegen § 43 b Bundesrechtsanwaltsordnung (BRAO). Denn der Rechtsanwalt weckt mit der von ihm gewählten Formulierung den Eindruck, er habe „ offiziell bestätigt“ eine Voraussetzung zur Verleihung eines Fachanwaltstitels erfüllt. Anders aber als im Zusammenhang mit Fachanwaltstiteln, die der Rechtsanwalt gegebenenfalls schon berechtigt führt, beschränkt sich die Werbung insoweit nicht auf die schlichte Information das es eine Teilnahme an einen Lehrgang zum Fachanwaltstitel für ein Rechtsgebiet gegeben hat, vielmehr wird die Teilnahme an diesem weiteren Lehrgang in besonderer Weise herausgestellt, dass dieser Lehrgang den anderen Lehrgängen vorangestellt sei und hier von einem erfolgreichen Abschluss des theoretischen Prüfungsteils zur Verleihung eines (weiteren) Fachanwaltstitels gesprochen wird. Diese Werbung ist nach Ansicht des Anwaltsgerichts Köln irreführend, die Verkehrsanschauung gewinnt bei dieser Art von Werbung den Eindruck, dass der werbende Rechtsanwalt kurz vor der Verleihung eines (weiteren) Fachanwaltstitels, die berechtigt zur Führung des Titels zu einem Fachanwalt ist. Er suggeriert damit, dass er bereits durch diesen Titel einen Teil der notwendigen Voraussetzungen positiv bestätigt bekommen habe. Dies entspricht aber nicht den objektiven Tatsachen.

Insbesondere das anwaltliche Werberecht und Berufsrecht der Rechtsanwälte werden von den Rechtsanwälten Zipper & Partner bundesweit für deren Mandanten bearbeitet.

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